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Von Kronberg (Taunus) nach Schenna (Südtirol)

Dienstag, 07. Oktober 2008

Nach längerer Zeit möchte ich heute meine Südtirol-Reihe fortsetzen und beginne mit unserer Fahrt von Kronberg, nach Schenna in Südtirol. Da ich in Seefeld (Tirol) meinen Klassenkameraden aus Heidelberger Hotelfachschultagen  Uli Drewitz (Direktor im Dorint Hotel )besuchen wollte, entschlossen wir uns über den Fernpass nach Seefeld zu fahren und dort zu übernachten. Uli Drewitz hatte keine Ahnung, dass wir ihn besuchen wollten, denn wir hatten uns nicht angekündigt. Die Überraschung würde also umso größer sein.

Ok, los ging es so um 9.00 Uhr in Kronberg im Taunus, bis Reutte in Tirol, dann über den Fernpass, um am späteren Nachmittag in Seefeld anzukommen. Zunächst machten wir einen kurzen Bummel durch  das Städtchen, auch vorbei am bekannten Hotel Klosterbräu. Da es auf 1.200 m Seehöhe im Mai aber noch recht frisch ist, machten wir uns alsbald auf die Suche nach dem Hotel Dorint. Kein Problem, das Hotel ist gut ausgeschildert und bald schon fuhren wir vor dem Dorint Vital Royal Spa vor.

Noch  bevor wir ausladen konnten, kam uns ein sportlich gekleideter  Herr im Hoteleingang entgegen. Uli Drewitz, der gerade in die Berge zum Jogging wollte. Wie gesagt, die Überraschung, war natürlich riesengroß.

Wir verabredeten uns für 18.00 Uhr in der Hotelbar und gingen erstmal zum Empfang. Super, als Bekannte des Hoteldirektors bekamen wir gleich mal 10% Preisnachlass, zudem noch eine Wochenendreduktion von nochmals 10%. Die Zimmer sind sehr gemütlich, das Hotel im Tiroler Stil eingerichtet sehr ansprechend, nur leider liegt es an der Hauptdurchgangsstrasse Richtung Innsbruck. Glücklicherweise ist das Hotel etwas zurück versetzt, aber trotzdem kann die Strasse, je nachdem wo man sein Zimmer hat, schon etwas laut und störend sein, wenn die LKW’s vorbeifahren. Naja, für eine Nacht machte uns das nichts aus.

Punkt 18.00 Uhr trafen wir uns mit Direktor Drewitz in der Bar. Große Überraschung; es gab unseren Lieblings-Prosecco “Valmonte” als Hausmarke. Das Abendessen mundete vorzüglich und nach dem Abendessen, bei einem kleinen Spaziergang die nächste Überraschung! ES SCHNEITE!!

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem gemütlichen Frühstück und einer Verabschiedung von Seefeld weiter Richtung Schenna in Südtirol.

Die Landschaft wurde kurz vor Meran immer lieblicher und südländischer, das Wetter immer besser und die Temperaturen stiegen!  Eine kurze Fahrt durch Meran, dann ging es rechts hoch nach Schenna.

Super diese Gegend! Wir fuhren vorbei am Schloss Trautmannsdorff (darüber werde ich noch berichten) und seinem weithin bekannten botanischen Garten direkt zum Hotel Hohenwart in Schenna.

Auspacken, schwimmen, gut essen, das war es für den Ankunftstag.

Schenna liegt oberhalb von Meran (4 km) am südwestlich geneigten Hang des Meraner Beckens auf rund 600 m Meereshöhe.

Blick auf Schenna

Blick auf Schenna

Münzfunde aus der Römerzeit zeugen von einer sehr frühen Besiedlung der Gegend. Der Name Schenna taucht zum ersten Mal in Urkunden des 12. Jahrhunderts auf. Zur gleichen Zeit erbauten die Adeligen ein Schloss Schenna auf dem Hügel des Dorfes. Dieses ist zur Zeit im Besitz des Grafen von Meran, der auch persönlich regelmäßig Führungen anbietet.

Bei den vielen Ausflugs- und Wandermöglichkeiten mussten wir überlegen, was wir zuerst machen wollten. Unser erster Weg führte also am nächsten Tag in das Städtchen von Schenna und zum Tourismus-Büro um zu erfragen, ob Meran2000 schon per Bergbahn erreichbar sei. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dann noch der schönen “Neuen Pfarrkirche

Neue Pfarrkirche in Schenna

Neue Pfarrkirche in Schenna

in Schenna einen Besuch abgestattet. Nachmittags dann ein erster Spaziergang

St. Georgen mit Kirchlein

St. Georgen mit Kirchlein

auf dem Waalweg nach St.Georgen. Ein kleines, romantisches Dörfchen, welches schon von den Kelten bewohnt wurde, worauf viele bedeutende Ausgrabungen hinweisen. Täglich um 18.30 Uhr läutet das Glöckchen der Dorfkirche, handbetrieben und nicht computergesteuert.

Am nächsten Morgen, Super-Wetter. Wir beschlossen nach Meran 2000 zu fahren. Mit dem Auto also zunächst zur Talstation und dann per Bergbahn auf ca. 1.700 m.  Vorsichtshalber hatten wir Pullover sowie Windjacken mitgenommen, aber da oben auf 1.700 m bis 2.300 m war es so heiß, dass man höchstens eine Kopfbedeckung benötigte, um sich nicht einen Sonnenstich zu holen. :-) Wandermöglichkeiten aller Schwierigkeitsgrade erwarten den Wandersmann dort oben. Herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge, und auch den Plattkofel

Plattkofel

Plattkofel

und den Langkofel

Langkofel-Hütte

Langkofel-Hütte

konnten wir ganz deutlich erkennen. Ein Gruß also hinüber zur Seiser-Alm. Am späteren Nachmittag fuhren wir dann zurück ins Hotel. Dort erwartete uns ein Empfang mit anschließendem Abendessen auf der Hotelterrasse.

Genial der Bick auf die Pferderennbahn von Meran von Schenna aus!

Pferderennbahn von Meran

Rennbahn von Meran

Nach einem Tag Pause im suptropischen Garten des Hotels

Suptropischer Garten im Hotel Hohenwart

Suptropischer Garten im Hotel Hohenwart

machten wir uns wieder auf den Weg. Diesmal landeten wir nach einer sehr langen Wanderung, bei der wir unterwegs auch durch die Schneereste einer abgegangenen Lawine stapfen mussten (nicht ungefährlich, da es nur eine ganz schmale Fußspur an einem steilen Abhang gab) im Gasthof Sterneck.

Bei herrlichem Sonnenschein setzten wir uns auf die Terrasse und wollten eine Brotzeit bestellen. Gäste, die gerade den Gasthof verlassen wollten, warnten uns noch vor den großen Portionen.  Das war auch gut so !! Wir sollten nur eine Portion für zwei bestellen.  So ein “Marendlbrettl”

Marendlbrettl

Marendlbrettl

(mindestestens dreifach so groß wie auf dem Bild) hatten wir noch nie gesehen. Speck, Käse und Wurst vom Feinsten, dazu frisches Bauernbrot, einen süffigen Südtiroler Rotwein und zum Abschied noch einen selbstgemachten Marillenschnaps aufs Haus. Gottseidank haben wir den Abstieg dann mit der Bergbahn gemacht :-)

Eigentlich wollten wir ja auch mal nach Meran , haben wir auch noch gemacht,(gesonderter Bericht folgt), aber das Wetter war viel zu gut, und so verbrachten wir die Tage mit schönen Wanderungen auf den Bergen, oder aber in unserem Hotelgarten mit Außenpool.

Mal kehrten wir zum Erbsen-Eintopf oder aber zu leckeren Spinat-Knödeln beim Hiaslbauer ein, mal blieben wir im Berggasthof Videgg, zu tollen Spaghetti oder anderer leckerer Pasta.

Naja, weitere  schöne und interessante Ausflüge zum Schloss Trautmannsdorff.

Botanischer Garten im Schloß Trautmannsdorff

Botanischer Garten im Schloß Trautmannsdorff

mit seinem Botanischen Garten, ein Besuch auf dem Ritten bei herrlichem Sonnenschein und zum Mittagessen Tomate und Mozarella, (superlecker) und wieder ein Gläschen Südtiroler “Roter”, eine Wanderung nach Dorf Tirol, ein Fußmarsch nach Meran und ein Hotelausflug nach Bozen standen noch auf dem Programm, bevor wir dann wieder die Heimfahrt antraten. Der Bericht aber würde viel zu lang werden, wenn ich über all diese “kulturellen Highlights” hier noch berichten wollte. Freuen Sie sich auf die folgenden Berichte und lassen Sie mich für heute mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe schließen.

“Die beste Bildung findet der Mensch auf Reisen”.

Bis bald, :-)



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Die Seiser-Alm in Südtirol, ein tolles Fleckchen Erde

Sonntag, 24. August 2008

Heute möchte ich Ihnen von meinen Reisen zur Seiser-Alm, der größten Hochalm Europas berichten. Dieses Hochplateau liegt auf 1.850 m.ü.d.M. und ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Super Langlauf-Loipen, auf denen auch die verschiedensten Nationalmannschaften trainieren laden im Winter und im Frühjahr zum Training ein. Keine Angst, es gibt für jeden etwas. Von der ganz leichten Übungsloipe für Beginner bis zur Jochloipe für Freaks (oftmals vereist) reicht das ca. 60 km lange Loipennetz.  Die Jochloipe ist wirklich schwer (Schwierigkeitsgrad schwarz) und es hat mich während der Abfahrten manchmal ganz schön hingehauen. Auch die “Alpinen”  und “Snowboarder”kommen nicht zu kurz und müssen nicht auf den Hüttenzauber verzichten. Die sehr gut präparierten Pisten aller Schwierigkeitsgrade führen über die gesamte Hochalm, auch zu den sagenumwobenen Schlernhexen. Kein anderer Berg wie der Schlern ist mit so vielen Sagen umwoben. Magische Kräfte sollen schon seit seiner Urzeit den Berg umhüllen. Den Hexen wurde Teufelsbuhlschaft, Ritte auf Besen und zahlreiche andere Freveltaten zur Last gelegt. Lassen Sie sich die Sagen und Legenden rund um den Schlern von den Einwohnern erzählen. Viel Spaß und “Gruselstunden”. Heute dagegen ist die Hexe auf dem Besen ein Symbol und Werbezeichen, das nur zum Guten dienen soll. Also kein Grund zur Besorgnis :-) Wer überhaupt keine Bretter anschnallen mag, kann viele schöne Winterwanderungen auf gut präparierten Wanderwegen  unternehmen und die Sonne und die Natur genießen. Eine Eislaufbahn lädt zu flotten Runden auf den Kufen ein und die Kutschfahrten durch die Winterlandschaft sind heiß begehrt.

Schlern-Hexe

Schlern-Hexe

Im Sommer, speziell in den Monaten Mai bis Juli erwartet die Besucher ein einzigartiges Blumenparadies, unzählige Blumen und Sträucher blühen um die Wette und ergeben ein farbenfrohes Naturschaupiel.  Es kann allerdings auch vorkommen, dass auf der Alm im Juni noch Schnee liegt, wobei dies aber wohl eher selten vorkommt. Umrahmt wird diese tolle Landschaft von 60km² von Felsen umrahmten Alpen.  Fast jede Sportart kann man in den Sommermonaten auf der Seiser-Alm durchführen, Mountainbiketouren oder Paragliding bieten sich ebenso an, wie Hochgebirgswanderungen z.B.auf den Schlern, oder den Platt- oder Langkofel (Wanderstiefel sind Vorschrift).  Bitte vergessen Sie  nie einen Rucksack mit folgenden Utensilien darin. Windjacke, einen Hut, etwas Wasser, ein bißchen Verpflegung, eine Taschenlampe, ein Handy, sowie ausreichend Sonnenschutzmittel und die obligatorische Sonnenbrille. Die Aufstiege sind teilweise wirklich sehr steil und es geht manchmal auch im Sommer durch Schneefelder, zumindest aber über sehr schmale, teilweise rutschige von Geröll bedeckte Steige, wobei es rechts oder links ziemlich steil nach unten geht.  Nicht selten sieht man bei diesen Touren Gemsen, Steinadler oder wenn man ganz viel Glück hat auch mal ein Murmeltier. Der frühe Herbst, speziell der September ist nochmals ein toller Wandermonat. Ich bin tagtäglich bei strahlendem Sonnenschein auf den Bergen rumgekraxelt und es war im September noch so heiß, dass man dies in kurzärmeligen Golf- oder Tennishemden tun konnte. Das Wetter kann sich aber schnell ändern, daher immer obenbeschriebene Utensilien mitnehmen. Die Sommer- und Herbstsaison endet Ende Oktober oder Anfang November. Die meisten Bergbahnen und Almhütten schließen spätestens Ende Oktober und auch viele Hotels machen dann bis kurz vor Weihnachten zu.

Hochgebirgswanderung

Hochgebirgswanderung

Aber auch für diejenigen, die es gemütlicher angehen wollen, gibt es jede Menge leichte bis mittelschwere Wanderwege. Na und am Ziel warten natürlich die gemütlichen Almhütten :-) Davon gibt es auf der Seiser-Alm ganz ganz viele. Geboten werden einheimische Gerichte wie Knödel oder Schlutzer (mit Spinat und Topfen gefüllte Teigtaschen, dazu wird etwas Parmesan und braune Butter gereicht), oder auch ein zünftiges “Speckbrettl” mit Käse und Bauernbrot. Achtung, zerteilen Sie nie einen Knödel mit dem Messer! Das gilt als Beleidigung für den Koch bzw. die Köchin! :-)

Am Hotel Goldknopf sollten Sie auch nicht Ihren Kaiserschmarrn auf der Sonnenterrasse stehen lassen um ein gewisses Örtchen aufzusuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Haushund, ein lieber, gemütlicher Bernhardiner diesen bis zu Ihrer Rückkehr aufgefressen hat, ist ziemlich hoch. Preisselbeeren aber mag er nicht :-)

Na und dann darf man auch nicht die Verkostung der guten Südtiroler Weine und/oder Schäpse vergessen. Aber denken Sie bitte immer daran, dass Sie auch noch den Heimweg wieder antreten müssen. Also, alles in Maßen.

Speck-Brettl

Speck-Brettl

Auf gehts also zur Seiser-Alm, wo man immer nette Leute trifft. Viele habe ich auf den Wanderungen, oder in den Hütten wiedergetroffen. Man ist dann gemeinsam abgestiegen oder zusammen zu einer zünftigen Jause eingekehrt. An den Wochenenden kommen viele Italiener auf die Alm zum Langlauf, oder zum Wandern. Viele von den Einheimischen sprechen noch “Ladinisch”. Na super, dann versteht man einfach nur noch Bahnhof.

Es gibt viele Möglichkeiten der Anreise wie Sie zu diesem schönen Fleckchen Erde gelangen können. Die Strasse auf die Seiser-Alm ist in Saisonzeiten allerdings von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr für den Privatverkehr geperrt. Entweder Sie wohnen direkt oben auf der Alm, dort gibt es viele sehr schöne Hotels, oder Sie wohnen unten in Seis oder Kastelruth in ebenfalls sehr schönen Hotels und benutzen die Umlaufbahn, die Sie von Seis bei der sog. Matschnsäge in 15 Minuten hinauf zur Bergstation Compatsch befördert. Dabei wird auf einer Länge von 4.300 m ein Höhenunterschied von 800 m überwunden. Im Sommer ist die Bergbahn von 8.00 bis 19.00 Uhr in Betrieb, im Winter von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr. In Kastelruth, Völs, Seis und Panider Sattel existiert ein Shuttle-Service. Im 15 bzw. 30-minütigen Takt werden die Fahrgäste zur Talstation der Seiser-Alm Bahn gebracht.

Nun auf zur nächsten Südtiorler “Sonnenterrasse”. Darüber werde ich Ihnen in den nächsten Tagen berichten.

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