
Wir sind nun also von Ratzeburg kommend, vorbei an Lübeck durch den Herrentunnel (Maut), vorbei am Travemünder Skandinavien-Kai, in Timmendorfer Strand bei strahlendem Sonnenschein angekommen.
Timmendorfer Strand
liegt 15 km nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste und gilt heute als eines der mondänsten Ostseebäder (merkt man zum Glück nicht so) mit großem touristischem Angebot. Der Ort wurde ca. 1260 erstmalig urkundlich erwähnt und entstand aus dem Bauerndorf Klein-Timmendorf. Seit 1880 entwickelte sich der Ort zu einem Seebad. Der Ortskern am Strand ist historisch gewachsen und erinnert noch an die Gründerzeit mit Gästehäusern und Villen.
Die britische Militärregierung gründete 1945 die Gemeinde Timmendorfer Strand unter Einbeziehung Niendorfs. Ein trauriges Kapitel der Geschichte der Gemeinde ist die Versenkung der Cap Arcona, bei der über 7.500 Häftlinge des KZ Neuengamme den Tod fanden. Die rund 800 in Timmendorf angeschwemmten Leichen wurden auf dem Waldfriedhof der Gemeinde beigesetzt.
Jetzt aber will ich über unsere Ferientage hier am Timmendorfer Strand berichten.
Was für ein Glück, dass auch die Wettervorhersage nicht immer richtig ist. Regnen sollte es heute, uns aber scheint die Sonne hier oben im 8. Stock unseres Hotels schon morgens vor 7.00 Uhr mitten ins Gesicht. Ein toller Sonnenaufgang über dem Niendorfer Hafen und der gesamten Bucht war das

Sonnenaufgang über der Bucht gegen 6.30 Uhr
und nun ein knallblauer Himmel . Das wird heute dann erstmal einen Strandtag geben. Wir also schnell zum Frühstück. Danach wollten wir uns noch auf die große Seeterrasse setzen, um mal ein bisschen Seeluft zu schnuppern und die Passanten zu beobachten. Das war aber leider nicht möglich, denn es waren unheimlich viele Wespen auf der Terrasse. Wir haben vor diesen Viechern, nach mehreren bösen Stichen und einer Allergie panische Angst. Also schnell ins Zimmer, Strandtasche packen, und ab ging es an den Strand. Bei einem der Strandkorb-Verleiher haben wir dann einen Strandkorb (unser Haus für eine Woche) gemietet. Auch nicht ganz billig! 42 € wollte die Dame für die Woche haben. Naja, wenn das Wetter so bleibt und wir viel am Strand sein können, ist das ja ok! Wir richten unseren Strandkorb ein, dann mit den Füßen ins Wasser, aber wirklich nur mit den Füßen, denn die Ostsee hat vielleicht noch so 16° Celsius. So ein paar Verrückte gehen ja wirklich noch ins Wasser zum Baden, aber das überlassen wir lieber den Schwänen und Möwen.

Unser Strandkorb
Haben Ausschau nach dem Buckelwal gehalten, aber auch mit dem Fernstecher konnten wir ihn nicht ausfindig machen. Vielleicht hat er ja den Weg nach Dänemark oder Schweden doch wieder gefunden.

Niendorfer Hafen
Strandwanderung, Lesen im Strandkorb, Möwen füttern, Mittagessen, ein paar Runden Boccia im Sand, so vergehen die ersten Urlaubstage an der Ostsee. Das Wetter hält, und es ist richtig heiß. Dann aber wollen auch wir mal mit einem der Ausflugsdampfer fahren. Die Sonne knallt vom Himmel als wir morgens um 10.00 Uhr die MS Seelöwe besteigen und gleich vorne unter freiem Himmel Platz nehmen. Erste Anlegestelle ist der Niendorfer Hafen, wo wir noch weitere Passagiere an Bord nehmen . Ein pittoresker kleiner Hafen, den wir noch mehrmals besuchen werden. (gesonderter Bericht folgt) Nach der Ausfahrt geht es entlang der 4 km langen Brodtener Steilküste zwischen Niendorf und Travemünde. Wie uns der Kapitän erklärte, ist die Brodtener Steilküste das “aktivste Riff”, das durch die ständige Einwirkung der Ostsee um durchschnittlich einen Meter pro Jahr zurückweicht. Deswegen müssen einige Teile des Küstenwanderweges jedes Jahr neu angelegt werden.
Dann die Einfahrt in den Hafen von Travemünde. Schöne alte Häuser, mit verschiedenen Giebeln, die wieder an Lüneburg erinnern, säumen die Hafeneinfahrt.

Wir aber wollen noch zum Skandinavien-Kai, um die großen “Pötte”, die Fähren und Passagierdampfer zu sehen. Auf dem Weg dorthin fahren wir noch an der “Passat,” dem Viermast-Großsegler, vorbei, der 1911 von der Reederei Blohm & Voss gebaut wurde und eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich hat.

Die Passat am Priwall
Seit 1966 liegt die Passat am “Priwall” und dient u.a. für Lehrgänge der Jugendpflege.
Wir haben Glück, denn es liegen noch ein paar der großen Schiffe am Kai. Tolle Fotomotive erwarten uns. Eine der großen Fähren legt gerade ab, mehrere kleine Boote eskortieren den “Riesen” Dann dreht die “Seelöwe”, und die Rückfahrt beginnt. Ein toller Tag geht nachmittags am Strand und im Strandkorb zu Ende.

Skandinavien-Kai im Travemünder Hafen
Am nächsten Morgen wieder ein super Sonnenaufgang . Das Wetter verspricht wieder toll zu werden. All unsere dicken Pullover bleiben im Schrank, Bermuda Shorts sind angesagt.

Sonnenaufgang über der Bucht gegen 06:00 Uhr
Nach ein paar Stunden im Strandkorb wartet heute die Hanseat 2 auf uns. Gegen Mittag ändert sich das Wetter etwas, aber egal, wir fahren um 13.25 Uhr trotzdem nach Grömitz. Zwei Stunden Aufenthalt und leider fängt es an zu regnen und zu stürmen. Aber ok, nach einer kurzen Stadtbesichtigung und einem Besuch der Strandpromenade ist das nächste Café nicht weit. Endlich ist die Ostsee mal ein bißchen aufgewühlt. Auf der Rückfahrt wackelt es etwas, aber uns erfahrenen Seebären macht das überhaupt nichts aus. Zum Glück kann die Hanseat an der Seeschlößchen-Brücke anlegen, denn oftmals, wenn die Ostsee etwas stürmisch ist, können die Schiffe dies nicht mehr, weil sie sonst gegen den Kai knallen. Die Ausflugsfahrten werden dann eingestellt. Gegen 18.30 Uhr landen wir also wieder im Hotel. Umziehen, Abendessen, wenn nur der Pianist im Speisesaal nicht immer so laut spielen würde, man kann sich überhaupt nicht unterhalten. Nach dem Essen ein kleiner Spaziergang, ein Kartenspiel, ein paar Geschichten aus dem Buch ” Die Leber wächst mit ihren Aufgaben” von Dr. med. Eckart von Hirschhausen vorlesen (wirkt besser), denn wir haben uns kringelig gelacht und dann auf den neuen Tag freuen.
Polo steht auf dem Programm. Auf dem Gestüt ” Hof am See” am Hemmelsdorfer See findet die Polo Open Timmendorfer Strand 2008 statt. So richtig Ahnung, was uns erwarten wird, haben wir ja nicht, aber wir sind ganz gespannt. Vom Centrum, wo VW, einer der Hauptsponsoren ein Zelt aufgestellt hat, werden wir per Shuttle-Service in einem “Phaeton” direkt zum Turnier-Platz chauffiert. “Geil dieser Wagen, hat fast alles an Bord, nur fliegen kann er nicht”. Ok, auf zur ältesten und schnellsten Mannschaftssportart der Welt.Wie gesagt, so richtig Ahnung haben wir ja nicht, aber glücklicherweise gibt es einen Moderator, der solch Unwissende wie uns und viele der anderen Besucher, in das kleine Polo 1×1 einführt. Dies macht er sehr gut, hier aber nur so viel;ein Spiel besteht aus mindestens vier bis höchstens acht Spielabschnitten, den sog. Chukkern.

Polo Open am Timmendorfer Strand
Ein Chukker hat 7,5 Minuten reine Spielzeit, in Deutschland werden in der Regel vier Chukker gespielt. Bei Unterbrechungen wird die Uhr angehalten. Die Pausen zwischen den Spielzeiten, in denen die Pferde gewechselt werden müssen, dauern drei bis fünf Minuten. Nach jedem Torerfolg ändern die Mannschaften die Spielrichtung, was für uns am Anfang etwas verwirrend ist.
Mit diesen Informationen ausgerüstet schauen wir uns einige sehr interessante Chukker an. Irre, die Geschwindigkeit, mit dem die Pferde über das Spielfeld jagen, und die Spieler meistens sogar den Ball treffen.
Zuschauen macht hungrig, und so nutzen wir die Gelegenheit und lassen uns von den Catering-Unternehmen am Spielfeldrand bedienen (nicht im Promizelt, denn 120 € Eintritt wollen wir nicht bezahlen)!!

Catering am Spielfeldrand
Zum Abschluss der Mittagspause trinken wir dann noch einen “kostenlosen Cappucino” vor dem VW-Zelt.

Cappucino vor dem VW-Zelt (Haupt-Sponsor)
Dann noch ein paar Chukker bevor uns ein “Phaeton” bis vor den Hoteleingang zurückbringt. Noch kurz an den Strand, mit den Füßen den Wärmegrad der Ostsee testen und wieder geht ein Supertag zu Ende.
An der Ostseeküste, zwischen Travemünde und Timmendorfer Strand gibt es viele Golfplätze. Allein in Travemünde gibt es einen Golfplatz mit 27-Löchern, der sehr attraktiv sein soll. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, diesen anzuschauen. Als ehemalige Golfer wollen wir aber zumindest die hauseigenen Golfplätze einmal besucht haben. Daher fahren wir heute mit dem Auto zum Golf. Hier gibt es zwei 18- Löcher- Plätze, einen mit Par 61 auch für Anfänger geeignet, und einen Par 72 Championship-Platz. Beide sehr schön rund um den Hemmelsdorfer See in die Natur eingebettet. Auch das Clubhaus ist wunderschön und bietet von der Terrasse einen tollen Ausblick auf die Fairways.

Clubhaus am Golfplatz
Nachdem wir uns ein bißchen umgeschaut und auch mit dem Golflehrer ein paar Worte gewechselt haben, geht es zurück an den Strand, denn oben am Golfplatz ist es zu stürmisch. Möwen füttern, Boccia spielen und lesen sind angesagt. Morgen geht es mit der “Seelöwe” nach Neustadt, aber darüber folgt ein gesonderter Bericht.
Denn man schüß, bis morgen