Auf unserem Weg an den Timmendorfer Strand haben meine Mutter und ich unsere Reise für zwei Tage in Lüneburg unterbrochen, um uns diese mittelalterliche Hansestadt mit den spätgotischen Backsteinbauten anzuschauen. Eine wirklich tolle Stadt, in der es an allen Ecken etwas zu sehen und zu entdecken gibt.

Blick auf die Altstadt von einer Brücke über die Illmenau
Während des 15. und 16. Jahrhunderts wurden die Bürger Lüneburgs durch die großen Salzvorkommen, die aus dem salzigen Grundwasser gewonnen wurden wirklich “steinreich”. Noch heute zeugen die schönen Ziergiebel (kein Haus ist wie das andere) von diesem Reichtum.

Ziergiebel in Lüneburg
Jetzt will ich mal der Reihe nach berichten. Die Fahrt verlief bis Hannover reibungslos, dann aber standen wir 1 Stunde im Stau. Ein PKW war total ausgebrannt, alle mußten gaffen, obwohl es überhaupt nichts mehr zu sehen gab. Naja, wir nahmen die Autobahnausfahrt Soltau-Ost und mußten dann noch ca. 50 km Landstrasse bis Lüneburg fahren. Diese glich einer Allee, schnurgerade, rechts und links Bäume. Weit und breit keine Ortschaft und damit auch keine Tankstelle. So langsam fuhren wir auf Reserve und dann endlich kam eine Shell-Tankstelle in Sicht. Wir waren gerettet und erreichten kurz danach auch Lüneburg und unser Hotel. Dieses sehr schöne und gepflegte Haus bietet von den Zimmern, die zum Wasser gehen, einen einmaligen Blick auf Teile der Stadt, sowie auf die Privatbrücke, die das Hotel mit den anderen Gebäuden des Hotels, einem großen Tagungszentrum, einem Wasserturm, in dem sich Märchensuiten befinden, einem großen Gästehaus mit Schwimmbad und Fitneßraum (unten im Haus befindet sich ein sehr guter Italiener), sowie einem weiteren Restaurant (Lüner Mühle) mit schönem Biergarten und einer riesigen Weinhandlung verbindet.

Privatbrücke zu den anderen Gebäuden des Hotels
Auch im Haupthaus des Hotels befindet sich neben einer gut sortierten Bar ein großes Restaurant mit Blick auf die Illmenau und die Stadt. Die Küche des Hotels ist exquisit, die ebenfalls hervorragenden Weine allerdings sind etwas teuer. Versuchen Sie es am besten selbst. An den Wochenenden allerdings sind sehr viele Touristen in der Stadt und somit natürlich auch in dem von uns bewohnten Hotel, welches vielfältige Arrangements anbietet. Demtentsprechend voll war es beim Frühstück, weil fast alle Gäste natürlich gleichzeitg zum Frühstück strömten.
Unsere Stadtbesichtigung führte uns am Ankunftsabend noch zur St-Johanniskirche, die mit ihrem schiefen 108 m hohen Kirchturm und der fünfschiffigen Hallenkirche, sowie der Orgel sehr sehenswert ist. Der junge Johann Sebstian Bach lernte hier bei seinem Onkel Georg Böhm das Orgelspielen und Komponieren.

Orgel in der St. Johannis-Kirche in Lüneburg
Zurück zum Hotel ging es durch die Fußgängerzone und Teile der Lüneburger Altstadt, mit den vielen schönen versteckten Hinterhöfen und kleinen Gassen. Fast überall in der Stadt ist Kopfsteinpflaster, also gutes, flaches Schuhwerk, am besten Turnschuhe sind angesagt.
Unsere Tour am nächsten Morgen führte uns zur St. Nicolai Kirche, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde und bedeutende Schätze gotischer Malerei und Schnitzkunst birgt. Dann ging es weiter zum Marktplatz (ein schöner offener Platz mit seinem Rathaus (erbaut vom 13. bis zum 18. Jahrhundert). Von hier starten auch die Stadtführungen oder Pferdekutschfahrten.

Marktplatz mit Rathaus
Zurück zum Hotel ging es dann nochmals durch die Stadt. In der St. Johanniskirche wurde gerade eine humorige Rede von einem Herrn in Zivil gehalten. Es wurde musziert, gelacht und geklatscht. Wie sich rausstellte, wurde der langjährige Pastor verabschiedet. Ehemalige Konfirmanden von vor 20 Jahren waren zu einem Ständchen extra aus Uelzen angereist.
Abschließend fuhren wir mit dem Lift 56 m hoch auf die Aussichtsplattform des Wasserturmes Lüneburg, der 1906/07 auf den Resten der mittelalterlichen Wallanlagen erbaut wurde. Ein 360 Grad Rundblick bei genial sonnigem, windstillem Wetter erwartete uns dort oben!!

Lüneburg vom Wasserturm
Zwei Tage reichen längst nicht aus, um die vielen Attraktionen von Lüneburg, der Umgebung und der Lüneburger Heide anzuschauen. Wie gesagt, eine tolle Stadt, eine tolle Gegend und immer mehr als einen Besuch wert. Informationen erhalten Sie bei der Touristeninformation oder aber online.
Meine Mutter und ich haben die Reise an die Ostsee fortgesetzt und darüber werde ich in den nächsten Tagen berichten.