Kleiner Ausflug vom Schlosshotel Elmau zum Schlosshotel Kranzbach
Mittwoch, 10. Juni 2009Es verspricht heute ein wirklich schöner Tag zu werden. Es ist schon sehr warm, und der Himmel ist wolkenlos und knallblau. Nach dem Frühstück ein bißchen gemütlich Zeitung auf dem Balkon lesen, bevor wir zu unserem kleinen Ausflug aufbrechen. Es sind ein paar Quellwolken aufgezogen, aber das macht nichts. Ein Stückchen fahren wir mit dem Auto, denn die private Mautstrasse zieht sich bis zum Schlosshotel Kranzbach, welches wir heute anschauen wollen, doch ein ganzes Stück. Schon die Auffahrt zum Schlosshotel ist imposant.

Schlosshotel Kranzbach
Es geht leicht bergauf, und dann liegt es vor uns, Schloss Kranzbach, dass im ersten Moment wie ein schottisches “Country House” aussieht. Dieses 4 ****S Hotel wurde vor ca. 100 Jahren von der britischen Aristokratin “The Honourable “Mary Isabel Portman aus London gebaut. Die Baupläne lieferten die bekannten englischen Architekten Detmar Blow und Fernand Billerey. Schon damals verfügte der Landsitz über einen eigenen Konzertsaal und einen Rasentennisplatz. Mary Isabel Portman selbst studierte Musik in Leipzig, besaß eine Stradivari und hatte berühmte Musiker als Freunde.
Der erste Weltkrieg machte die Pläne, das Haus als gastliche Herberge für ihre Künstlerfreunde zur Verfügung zu stellen zunichte. Das Haus wurde zwar fertiggestellt, Mary Portman aber kehrte nie dorthin zurück und man vermutet, dass sie ihr Haus nie sah.
Das “Englische Schloss”, wie es von den Einheimischen genannt wurde, erlebte eine sehr wechselhafte Geschichte. Junge Kunstmaler blieben oft wochenlang, um die schöne Landschaft auf die Leinwand zu bannen. Das Kranzbach diente als Kulisse für die Verfilmung des Ganghofer Romans “Das Schweigen im Walde”. Dann entdeckte die Evangelische Kirche das Haus als Erholungs- und Freizeitstätte für junge Leute aus dem Ruhrgebiet. 1933 brach ein Brand aus. 1936 wurde es als Übernachtungsquartier während der Olympischen Spiele in Garmisch genutzt. In den ersten Jahren des 2. Weltkrieges war es Zielort für das Programm der Kinderlandverschickung, nach dem Krieg erholten sich hier Offiziere der US Armee.
Im Jahre 2003 verkaufte die Kirche die Hotelanlage an die jetzigen Hotelbetreiber. 2007 wurde das jetzige Schlosshotel Kranzbach nach einer architektonischen Neukonzeption und Sanierung durch die Architekten David Edinger, Thomas Fischbach, Martin Aufschnaller und Heinz Pedrini aus Innsbruck wiedereröffnet. Das Interior Design des Hauptgebäudes wurde von Ilse Crawford aus London entwickelt.
Wir wollen uns ein bißchen im Hotel umschauen und gehen als erstes einmal auf die große einladende Terrasse, von der man einen tollen Blick auf die gesamte fast 130.000 qm umfassende Anlage, den riesigen Bade- und Spa-Bereich, den mit viel Holz und Glas völlig neugestalteten “Gartenflügel”, wie aber auch auf die Zugspitze und das Wettersteingebirge hat.

Blick von der Terrasse im Schlosshotel Kranzbach

Blick von der Terrasse im Schlossshotel Kranzbach

Kartenstudium auf der Terrasse im Schlosshotel Kranzbach
Als Hausgast kann man mittags einen kleinen kostenlosen Imbiß, bestehend aus einer Suppe und einem kleinen Salatbuffet einnehmen. Wir müssen zwar bezahlen, probieren es aber trotzdem mal und es mundet sehr gut. Ausserdem ein Glas Prosecco. Es gefällt uns so gut, dass wir uns gleich mal Zimmer im Gartenflügel zeigen lassen. Diese sind groß, gemütlich und modern eingerichtet und haben in der unteren Etage direkten Zugang zur Liegewiese, dem Garten und den Schwimmbädern. Wer es lieber “english” mag, kann Zimmer im Mary Portman Haus, dem eigentlichen Schloss beziehen. Auch diese Zimmer sind sehr gemütlich, aber eben im englischen Stil eingerichtet. Überhaupt gibt es im gesamten Schloss noch einen sehr großen englischen Einfluss, viele kleine gemütliche Aufenthalts- Lese-und Spielzimmer, sowie eine gemütliche Bar.
Es ist mittlerweile fast zu heiß geworden und wir machen uns auf den Heimweg zum Schloßhotel Elmau um den restlichen Nachmittag im Garten oder Schwimmbad zu verbringen. Das Hotel Kranzbach haben wir aber im Hinterkopf gespeichert. Vielleicht schon für den nächsten Urlaub















